Das nenne ich Dienstleistung

Nicht selten wird Deutschland als Dienstleistungs-Wüste tituliert. Denn viele, die in einem Bereich tätig sind in dem sie direkten Dienst am Kunden tun, geben einem das Gefühl ihr Arbeitsplatz wäre mit ihrer Person völlig fehlbesetzt.

Das fängt beim Verkäufer an und hört beim Personal auf den Ämtern noch lange nicht auf.

Mit den Geschichten, die man mit manch einem dieser ‘Dienstleister’ erlebt, könnte man sicher ganze Romane schreiben. Und das fortlaufend, denn fertig würde man wohl nie.

Das es aber auch anders geht hat mir heute ein Busfahrer auf dem Weg in die Stadt gezeigt.

Zwei Linien führen Ringförmig von Lüneburg aus durch ein Nachbar-Dorf und unseren Ort. Die eine im, die andere gegen den Uhrzeigersinn. Beide kommen auf ihrer Tour an einem Camping-Platz vorbei.

Heute Mittag stand ein Pärchen an der Haltestelle eben jenes Camping-Platzes. Aber auf der Seite des gegen die Uhr verkehrenden Busses. Zwar wäre dieser etwa 10 Minuten später noch gekommen, aber dennoch hielt mein Busfahrer an, winkte die beiden heran und ließ sie einsteigen.

Er hat ihnen damit eine enorme Zeitverschwendung erspart. Denn außer der weiteren Wartezeit von mindestens 10 Minuten hätten die beiden mit der mehr oder minder sinnfreien Tour durch die beiden Orte noch mindestens um die 30 Minuten verbummelt. Mit diesem Bus waren sie wohl bereits am Ziel, als jener der anderen Linie sie gerade eingeladen hätte.

Um die ganze Sache abzurunden hat er Ihnen dann auch noch erklärt, das er auf sie geachtet hat, weil ausser zwei Personen dort nur Ortsfremde einsteigen würden. Und diese zwei Personen wüssten aus Erfahrung wo welche der beiden Linien zum Einsteigen halten würden.

Und er hat ihnen erklärt, das sich die Touren in dem Bereich seit letztem Sommer durchaus gravierend geändert hätten. Denn die beiden kannten es noch so, das eine andere Linie dort im Wendekreis hielt um wieder dorthin zu entschwinden woher sie gekommen war.

Zum Abschluß des Gesprächs wies er sie noch darauf hin, welche Linie sie bei der Rückfahrt nehmen sollten. Wenn sie diesem Rat gefolgt sind, hat auch dieser Service ihnen eine Zeitersparnis von mindestens einer halben Stunde gebracht.

Das nenne ich wirklichen Dienst am Kunden. Ein anderer Fahrer wäre vielleicht nicht so freundlich und gesprächig  gewesen. Manch einer hätte sie sicher stehen lassen und ihnen auch nicht das was wieso und weshalb erläutert.

Das konnte man auch an der Reaktion des Pärchens erkennen, die von sich aus sagten einen solch rücksichtsvollen (man könnte wohl auch sagen mitdenkenden) Busfahrer von zu Hause gar nicht gewohnt zu sein.

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