Ist das die heutige Jugend?

Unrechtsbewusstsein Fehlanzeige

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Zuletzt geändert oder ergänzt wurde er am: Samstag, 18.02.2012

Diese Frage stellt sich einem glaube ich manchmal, wenn man sich den Polizeibericht - der heutzutage wohl in jeder Zeitung zu finden ist - zu Gemüte führt.

Bei uns in der Zeitung sind heute zwei Fälle zu lesen, wo der Unterschied zwischen den Jugendlichen von heute und denen vergangener Zeiten - wie ich glaube - sehr deutlich zu Tage tritt.

Der Fall, der so oder so ähnlich sicher auch schon vor 20 bis 30 Jahren passiert ist, handelt davon das sich eine 14jährige ohne entsprechenden Führerschein einen Motorroller ausgeliehen hat und mit einer ein Jahr älteren Freundin eine Spritztour unternommen hat. Gott sei Dank ging ein Sturz der beiden mit dem Roller glimplich aus. Im Polizeibericht ist lediglich von Verletzungen die Rede.

Ausgeliehene Mofas gabs schon vor 20 Jahren

Das sich jedoch der zweite Fall so oder ähnlich auch schon zu meiner Zeit als Jugendlicher - Mitte bis Ende der 1980er Jahre - abgespielt haben dürfte, glaube ich weniger.

Hier hat nämlich laut Polizeibeircht eine Gruppe von 5 Jugendlichen bei einem Wohnhaus eine Scheibe eingeworfen. Der Besitzer des Hauses stellte die Jugendlichen auf frischer Tat zur Rede. Das eine beteiligte 15jährige auch schon vor 20 Jahren so reagiert hätte, wie sie heute reagiert hat, wage ich doch ernsthaft zu bezweifeln. Denn statt die Tat bestreiten oder sich für die Sachbeschädigung zu entschuldigen, ließ das Mädchen den Mann wissen das für ihn eine Anzeige wegen (angeblicher) sexueller Belästigung folgen würde, würde er sie weiterhin ansprechen.

Das man ja schon einiges gewohnt wird, wenn man älter wird ist sicher jedem bewusst. Aber das man hier nach einer Unrechtstat mit einer Verleumderischen Anzeige droht, ist in meinen Augen für solch ein Alter doch schon recht abgebrüht.

Hätte es so etwas vor 20 oder 30 Jahren auch schon gegeben, das man mit auf einer Lüge basierenden Anzeige droht, wenn man mit den Folgen (s)einer Tat konfrontiert wird? Und dann auch noch mit einer, die dem betreffenden ja nicht gerade wenig Probleme bereiten könnte.

Abgebrühte Drohung mit Nötigungs-Anzeige

Das die Jugendliche vielleicht nicht weiß, das eine Falsch-Anzeige für sie nicht nur straf- sondern auch zivilrechtliche Folgen haben kann, erwartet man ja schon gar nicht. Auch dann nicht, wenn so jemand fast schon erwartet, wie ein Erwachsener behandelt zu werden. Und das, obwohl man sich mit solch einem Verhalten eigentlich selbst das beste Zeugnis dafür ausgestellt hat, weder Erwachsen zu sein noch reif dafür als solcher behandelt zu werden.

Haben die heutigen Jugendlichen nicht mehr den Mumm, für ihre Dummheiten einzustehen? Erst recht, wenn sie dabei auch noch beobachtet werden? Das solche Jugendlichen das Eigentum fremder nicht (mehr) respektieren wird ja eigentlich schon gar nicht mehr erwartet, oder?

Wo aber fehlt es in solchen Fällen? Das Eltenhaus wird ja gerne als erstes genannt, wenn es darum geht, das Verantwortungsbewusstsein der Jugendlichen zu wecken und zu schärfen.

Was aber, wenn die Eltern selbst das nicht gelernt haben? Und solche Fälle kommen ja nicht selten vor, oder werden gar weniger. Im Gegenteil!

Wie sieht es mit der Schule aus? Versagt man hier dabei, den Heranwachsenden Unrechtsbewusstsein einzuimpfen? Wobei diese Einrichtungen ja selbst in steigendem Maße unter den Verfehlungen der Eltern zu leiden haben.

Aber auch die Justiz hat ja ihre Probleme, wenn es um Straftaten von Jugendlichen geht. Denn der Hausbesitzer mag ja jetzt die Polizei eingeschaltet haben die sich jetzt um das Mädchen und die restlichen Jugendlichen der Gruppe kümmern wird müssen.

Zum Wählen alt genug, für Konsequenzen nicht

Nur was ist mit den spürbaren und unmittelbaren Konsequenzen, die das Mädchen eventuell zum Nachdenken bringen könnten? Die Anzeige selbst wird das Mädchen eher noch als Mittel zur Angabe in ihrer Clique nutzen (können). Quasi als Trophäe. Aber das sie eine wie auch immer geartetete Auswirkung zeigt, wer mag das bei einer solch abgebrühten Reaktion wirklich glauben? Wenn sie in drei Monaten, einem halben Jahr oder gar noch später bei Gericht vorgeladen wird, sollte es dazu kommen, wird sie darüber Müde lächeln und das sicher auch Richter, Staatsanwalt und alle anderen spüren lassen.

Bleibt die Politik!

Man lässt den 16jährigen zwar die Vorteile ihres Alters zukommen, in dem man sie zum Beispiel zur Wahl gehen lässt. Aber wenn es darum geht, sie auch die 'Nachteile' des Erwachsen werden spüren zu lassen, dann - so könnte man es überspitzt formulieren - verschont man sie wegen ihres doch 'so jungen Alters'. Und weil sie ja die Reichweite(n) ihrer Handlung(en) aufgrund dessen noch nicht abschätzen könnten.

Ich denke, wenn die Gesellschaft respektive die Politik eine(n) 16jährige(n) in der Lage sieht, die Reichweite ihres Kreuzchens bei so etwas eher abstraktem wie einer Wahl zu überblicken, dann sind solche Jugendlichen auch in der Lage, die Folgen von etwas sehr konkretem zu überblicken. 

Autor: Marcus

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