Facebook und sein Datenhunger

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Zuletzt geändert oder ergänzt wurde er am: Samstag, 18.02.2012

Es ist wie eine schlechte Angewohnheit, die regelmäßig vorbeischaut! Mindestens einmal in der Woche muss man quasi schon über Facebook berichten.

Müssen, weil es natürlich nichts positives ist was die Plattformbetreiber mal wieder verzapfen oder verzapft haben. Zumindest nichts positives für Facebook-Nutzer aus Deutschland.

Denn es sind wieder einmal die hierzulande gültigen Datenschutzbestimmungen betroffen, mit denen die durchgeführten Anpassungen kollidieren.

Und zwar hat man in Kalifornien jetzt die Möglichkeit der Adressbuchsynchronisation auch für Seitenbetreiber auf Facebook freigeschaltet. Das heißt, das das was meines Wissens nach bislang nur für den eigenen Account möglich war jetzt auch für die Pages möglich ist.

Natürlich klingt diese Möglichkeit für den einen oder anderen durchaus verlockend. Schließlich kann man damit jetzt seine Kontakte auch direkt auf seine Seiten bei Facebook einladen. Für Marketing-Freaks sicher das Paradies auf Erden. Wenn die Sache da nur nicht wieder einen Haken hätte.

Denn wer sein Adressbuch mit der Seite synchronisiert, gibt Facebook den Zugriff auch auf Mail-Adressen von Leuten, die noch nicht auf Facebook sind. Dabei sind manche ja aus persönlichen und somit guten Gründen nicht auf der Plattform angemeldet.

Und da die Adressen nicht lokal hier in Deutschland sondern bei Facebook in Amerika gespeichert werden, entgleitet einem die Kontrolle über das was mit den Addys passiert.

Das heißt auf gut Deutsch: Ihr stellt, synchronisiert ihr Euer / Eure Adressbuch / Adressbücher mit Eurer Seite auf Facebook - so ihr denn eine habt - der Plattform fremde EMail-Adressen ohne die Einwilligung der Betroffenen zur Verfügung. Denn durch die Speicherung der Daten bei Facebook erhebt nicht ihr die Daten, sondern die Plattformbetreiber.

Und der macht mit den Adressen natürlich was er will.

'Was man will' heißt vorrangig natürlich, das Eure noch nicht bei Facebook angemeldeten Kontakte ab dem Zeitpunkt von Facebook mit entsprechenden Werbemails zugemüllt werden. Schließlich hat man nur ein Interesse: noch mehr Mitglieder zu rekrutieren und somit noch mehr wertvolle persönliche Daten abzugreifen.

Das kann für Euch nicht nur unangenehm sondern auch teuer werden. Schließlich ist das hierzulande untersagt, personenbezogene Daten zu erheben, ohne das die Einwilligung der entsprechenden Person oder eine gesetzliche Vorschrift dies rechtfertigt.

Facebook hat weder diese Einwilligung und erst recht keine entsprechende gesetzliche Vorschrift, die es ihnen gestatten würde, diese Daten zu erheben.

Es wird also dringend davon abgeraten, diese Funktion zu benutzen. Denn da man Facebook sehr wahrscheinlich nicht habhaft wird geschweige denn deshalb vor Gericht wird zerren können, wird man sich von Seiten möglicher Betroffener sehr wahrscheinlich an Euch halten.

Eine genauere Erklärung dessen was dort passiert, könnt ihr auf dem Blog von Annette Schwindt lesen. Sie verlinkt dort auch auf einen Artikel, der die rechtliche Sicht dieser netten Funktion beleuchtet. 

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Autor: Marcus

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