Schalke und HSV vor Neuanfang?

Vereine entlassen wichtige Köpfe

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Zuletzt geändert oder ergänzt wurde er am: Samstag, 18.02.2012

Für einem Doppelten Paukenschlag sorgten heute die beiden Krisengeschüttelten Fussball-Klubs der ersten Bundesliga, der Hamburger SV und der FC Schalke 04.

Während sich beim einen die Wege von Verein und Präsident fast in aller Seelenruhe trennten, überschlugen sich bei dem anderen in Hinsicht auf die Trennung von Verein und dem in Personalunion als Manager, Vorstandsmitglied sowie als Trainer tätigen Magath die Ereignisse.

Und während man in Hamburg wohl nicht mit allzu großen Nachwehen bezüglich der Verbindung HSV - Hoffmann rechnen muss, kann man auf Schalke wohl davon ausgehen das die Geschichte noch lange vor sich hinköcheln wird, bevor dort der Deckel draufgemacht werden kann.

Nun haben sich also beide Klubs ihrer beiden Krisenherde entledigt. Aber wird damit alles besser, bzw. kann damit jetzt alles besser werden?

Teils teils kann da eigentlich nur die Antwort lauten.

Beim HSV sind die verkrusteten Strukturen auch nach Bernd Hoffmanns Entlassung immer noch die selben. Noch immer muss auch der neue im Amt des Präsidenten tätige Carl Erdgar Jarchow 8 von 12 (!) Aufsichtsratsmitgliedern von seinen Vorhaben überzeugen. Noch immer ist der Aufsichtrat mit seinen ein Dutzend Mitgliedern mehr eine Herde satter Löwen, die sich mit vollem Magen nicht bewegen mögen als eine Herde wieselflinker Gazellen.

Herde satter Löwen

Oder anders ausgedrückt: Auch der neue Präsident muss ünnötig viel Zeit mitbringen, um mögliche Skeptiker seiner Pläne vom Gegenteil zu überzeugen. Andere Aufsichtsräte - Beispielsweise der 1. FC Kaiserslautern - haben nur 7 Mitglieder. Das dieser Rat Entscheidungsfreudiger sein dürfte, liegt klar auf der Hand.

Aber die Entlassung Bernd Hoffmanns lässt auch neue Fragen sprießen. Denn wer sagt, das die Person Hoffmann nicht ein wichtiger Grund für Frank Arnesen gewesen ist, sich ab der nächsten Saison beim HSV als neuer Sportdirektor zu verdingen? Und da dieser Grund ja nun wegfällt, könnte auch der Dienstantritt des Dänen beim Hamburger Sport Verein ins Wasser fallen.

Für den HSV gilt also zusammenfassend gesagt, das man nun nicht in den Glauben verfallen darf, das man - nur weil die Reizfigur Bernd Hoffmann von der Bildfläche verschwunden ist - so weitermachen kann wie bisher. Denn wenn sich an den Strukturen im Verein nicht von Grund auf etwas ändert, wird man in absehbarer Zeit wieder vor genau den gleichen Problemen stehen die man mit der heutigen Trennung von Bernd H. vielleicht für beendet glaubt.

Anders das Bild beim Revierklub Schalke 04.

Dort wird man es sicher nach dem ganzen Brimborium mit Felix Magath wieder etwas ruhiger haben und angehen lassen können. Die Strukturen sind in Gelsenkirchen nicht das Problem. Dort war es die Machtfülle, die man einem in der Öffentlichkeit eher als Autokraten wahrgenommenen Mann übertragen hat.

Trainer, Manager und Vorstandsmitglied in Personalunion! Konnte das eigentlich gut gehen? Wenn man es rein von der Erfahrung her betrachtet, die Magath als Trainer mitbringt und die er auch schon als Manager in Wolfsburg gesammelt haben dürfte, kann man sagen: ja, das hätte gutgehen können. Aber der dritte Teil der Rechnung dürfte das große Ganze kaputt gemacht haben.

Meines Wissens nach ist Magath noch in keinem Verein als Vorstandsmitglied tätig gewesen. Es kann also angenommen werden, das dieser Arbeitsauftrag für Felix M. eine Nummer zu groß war.

Wenn man die Aussagen von Clemens Tönnies heute gehört hat - der im übrigen sichtbar mitgenommen war von den ganzen Vorfällen - ist diese Annahme zumindest nicht völlig unbegründet.

Schalke wieder schneller auf den Beinen

Magaths angeblich von sich aus ausgesprochene Kündigung sollte man aber keinesfalls als Eingeständnis einer Schuld sehen, im Tätigkeitsbereich des Vorstandes etwas falsch gemacht zu haben.

Er gilt nicht nur als harter Hund, sondern auch als gewiefter und verschlagener Taktiker. Wer also glaubt, er kündigt in Anbetracht seiner Entlassung nur selbst, um irgendwas zu überdecken, könnte sich zuletzt getäuscht sehen. Auch Tönnies hat nicht alles richtig gemacht in dieser Angelegenheit, bzw. in seiner Rolle als Klub-Chef überhaupt.

Es könnte letztendlich auch ein Bumerang für Clemens Tönnies werden, sollte er bzw. S04 gegen Magath vor Gericht ziehen. Und ob er das als Klub-Chef übersteht steht auf einem ganz anderen Blatt. Unterschätzen tut er Felix jetzt hoffentlich nicht (mehr).

Im Vergleich mit dem HSV hat S04 in meinen Augen die besseren Chancen sich schneller wieder von all den Kapriolen zu erholen als sein Pondon. Wobei ich eine mögliche Verpflichtung Ralf Rangnicks als Nachfolger des 'Quälix' durchaus nicht unkritisch betrachte. Ob er, sollte er Magaths Nachfolger werden, Schalke in den nächsten 3 Jahren zu einem Meistertitel führen kann / wird, bezweifle ich etwas. 

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Autor: Marcus

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