Nicht Fisch nicht Fleisch

van Gaal bleibt Trainer des FCB

Die Vorstandsetage des FC Bayern München hat sich entschieden, die Saison mit dem jetzigen Trainer Louis van Gaal durchzuziehen, und sich erst dann von ihm zu trennen.

Eine etwas Halbseidene Geschichte und unerwartete Entscheidung, wenn man bedenkt das es nach den Worten Uli Hoeneß’ bei der Jahreshauptversammlung der Münchener 2010 das Waterloo für den Deutschen Rekord-Meister wäre, in der Saison 2011 / 12 nicht in der Champions-League dabei zu sein.

Naja, was heißt dabei sein? Das Finale wollte man ja sogar erreichen, welches Mitte 2012 in München stattfinden wird.

Abgesehen von der Tatsache, das auch die direkte Qualifikation für die Meister-Runde kein Garant dafür wäre, das man Ende Mai nächsten Jahres in seinem eigenen Stadion als aktiver Teil des Finales auflaufen würde, hat man nun wohl sogar das Ziel Qualifikations-Platz anscheinend erst einmal ad Acta gelegt.

Denn das die Mannschaft mit jetzt schon 5 Punkten Rückstand auf den 3. Platz der Tabelle zumindest noch die Qualifikation zur CL erreicht ist ja auch nicht unbedingt gesagt.

Schließlich spielen Hannover und Leverkusen alles andere als schlechter wie die Bayern.

Als Gründe für diese Entscheidung können eigentlich nur zwei Dinge in Frage kommen:

1.) Ein Großteil der Mannschaft steht noch zu dem Trainer.

Wobei das kein K.O.-Kriterium sein kann, ob ein Trainer bleibt oder geht. Zumindest, bzw. erst recht nicht bei den Bayern. Sollen Mannschaft und Trainer schließlich keinen Preis beim sich lieb haben gewinnen, sondern erfolgreich Fussball spielen.

2.) Es fand sich kein adäquater Ersatz, der sich die jetzige Situation antun würde, respektive überhaupt frei wäre.

Bei sky 90 gestern abend und dem DSF-Doppelpass 7 Stunden zuvor geisterten zwar verschiedene Namen durch den Raum. Aber das waren zumeist Holländische Trainer. Man würde als vom Regen in die Traufe kommen, da – wie auch Christoph Metzelder gestern in der Talksendung auf dem Pay-TV-Kanal zu Bedenken gab – alle niederländischen Trainer dieselbe Fussball-Strategie vermitteln.

Ein Trainerwechsel hätte vielleicht noch die letzten Reserven, die zumindest in den letzten 3 Spielen wohl nicht wirklich abgerufen wurden, freisetzen können. Aber er hätte hinsichtlich des Rückspiels gegen Inter Mailand in der nächsten Woche auch zum Bumerang werden können.

Schließlich weiß van Gaal, wie er die Mannschaft so eingestellt hat das sie das Hinspiel wenigstens 1:0 gegen die Italiener gewinnen und sich somit eine gute Ausgangslage für das Weiterkommen im Rückspiel sichern konnte.

Aber eine wirkliche klare Entscheidung, wie man sie eigentlich von der Bayern-Führung gewohnt ist, sieht definitiv anders aus.

Vielleicht auch, weil Uli Hoeneß eben ‘nur’ noch Präsident ist, und er somit Entscheidungen nur noch abnicken oder ablehnen aber nicht mehr selbst herbeiführen kann.

Ob dieses wohl mehr zwanghafte als freiwillige Festhalten an van Gaal richtig war, wird man natürlich erst nach dem 34. Spieltag wissen. Aber vermuten kann man heute durchaus schon mal, das die Mannschaft Probleme haben dürfte, sich den 3. Platz in der Tabelle zu sichern.

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2 Kommentare zu Nicht Fisch nicht Fleisch

  1. Aber ist das nicht typisch Bayern? Sie waren schon immer anders als die deutschen Konkurrenten. Dort wird eben nicht sofort der Trainer entlassen. Und Geld sparen sie auch dadurch :) Van Gaal ist ab Sommer weg und im nächsten Jahr werden sie eh wieder Deutscher Meister. Ob man das nun gut findet oder nicht :)

  2. Also, wenn es den Bayern um eines in erster Linie nicht geht, ist es das Geld. Ich weiß auch nicht so wirklich, wo sie jetzt Geld sparen. Schließlich hatte van Gaal noch ein Jahr Vertrag.

    Den Bayern geht es um Erfolg. Das Selbstverständnis der Bayern dreht sich zu aller erst darum, besser zu sein als die anderen. Das der Erfolg das Geld zwangsläufig im Schlepptau hat, ist ne nette Nebenerscheinung. Aber das kommt dann an zweiter Stelle.

    Und ich denke durchaus, das bei den Bayern heute etwas anders ist als noch vor 2 Jahren.

    Denn Christian Nerlinger als Verantwortlicher Manager ist nicht annähernd so emotional wie es Uli Hoeneß war und ist. Und der hat sichtbar damit zu kämpfen, nicht mehr die Stellschraube für das zu sein, was bei den Bayern tagesaktuell abläuft.

    Wäre Jürgen Klinsmann heute dort Trainer, würde das auch anders ablaufen, als es abgelaufen ist.

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