Der werfe den ersten Stein

Der Umgang mit Theodor zu Guttenberg

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Zuletzt geändert oder ergänzt wurde er am: Dienstag, 17.04.2012

Wie man im Moment mit Karl Theodor zu Guttenberg umspringt ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit.

Dort wurde von genau den Medien, die ihn jetzt an den Pranger nageln, ein Bild von einem Menschen gezeichnet, dem keiner - wirklich niemand - gerecht werden kann und konnte.

Zugegeben, ich schaue in den letzten Jahren wenig bis fast keine Nachrichten.

Aber ich habe von KTzG, wie er ja so schön abgekürzt genannt wird, nie den Satz gehört 'ich bin unfehlbar und habe daher auch noch nie in meinem Leben etwas falsches oder unrechtes getan.'

Nur stern, Der Spiegel, Bild & Co tun so, als ob er das jemals behauptet hat.

Und sie haben ein Problem: So sehr sie auch versuchen, den Herrn von dem Podest zu stürzen, auf das sie ihn gehoben haben, so sehr scheitern sie mit jedem neuen Versuch das doch noch fertig zu bringen.

Da das aber für einen Journalisten der was auf sich hält, ein Ding der Unmöglichkeit darstellt, wird weiter und weiter gebohrt. Irgendwie muss es ja irgendwann doch zu schaffen sein, diesen Menschen kaputt zu kriegen.

Und was dann? Dann kriegen wir wieder so eine Flachpfeife an Verteidigungsminister, der eine Kaserne noch nie von innen gesehen hat. Wenn ich mich nicht ganz irre, ist zu Guttenberg einer von nicht mal einer Handvoll Ministern in diesem Ministerium in den letzten 20 - 30 Jahren der schon mal eine Uniform getragen hat.

Haben wir eigentlich keine anderen Probleme in Deutschland? Sind Hartz IV und die steigenden Benzinpreise nicht wichtiger als ein 500-Seiten starkes Schriftstück, mit dem man eigentlich nur unter Beweis stellt, das man an der Uni nicht während des Unterrichts gepennt hat?

Mir tut die Doktorarbeit eines Ministers, in der abgeschrieben wurde, nicht weh. Aber mich schmerzen steigende Benzinpreise und als ALGII'ler die steigende Inflation.

Auf vielen Seiten, wo dieser 'Skandal' Thema ist oder war habe ich in mehreren Kommentaren schon niedergeschrieben, was ich von diesem ganzen Theaterstadl, von diesem Possenspiel halte:

Ich könnte kotzen!

Niemand, absolut niemand von uns kann von sich behaupten - was Guttenberg wie erwähnt eh nicht getan hat, noch nie in seinem Leben etwas falsch gemacht zu haben.

Niemand, keiner von uns, hätte sich in Guttenbergs Situation anders verhalten. Oder will mir jemand von Euch ernsthaft erzählen, er würde sich freiwillig vom Abteilungsleiter zum ganz normalen Schreibtischtäter degradieren lassen, weil er diese Position über irgendwelche ungebührlichen Hilfsmittel erreicht hat?

Und selbst das ist ja bei zu Guttenberg nicht der Fall. Er ist ja nicht Minister geworden, weil er irgendeiner leitenden Angestellten im Kanzleramt mal gezeigt hat wie männlich er ist.

Zudem: Was ist Eure Reaktion, wenn ihr bei irgendetwas, was nicht so wirklich koscher (gewesen) ist, ertappt wurdet?

Ist Eure Reaktion dann nicht auch: 'Ich, ich soll das getan haben? Nee, nee nee, ich doch nicht. Das war alles 1a was ich da gemacht habe!'? Oder sagt Ihr 'Ja, stimmt, das hab ich getan'?

Wer letzteres wirklich glaubt zu tun, der hätte durchaus das Recht den ersten Stein zu werfen. Alle anderen haben den Schnabel zu halten!

Aber auch ein ganz anderes Thema geht mir bei diesem ganzen Unfug durch den Kopf:

Auch wenn der Fall bis heute nie ganz geklärt wurde, hat er - wie ich denke - damals ganz gut gezeigt, was passieren kann wenn die Meute ein auserwähltes Opfer hetzt. Ich will nicht behaupten, das das der einzige Grund für Barschels ableben war. Aber das diese Hatz ein Auslöser dafür gewesen ist, ist auch nicht auszuschließen.

Wir alle sollten uns wieder auf das wesentliche Konzentrieren. Lügner, oder Leute die wie Guttenberg jetzt als solche tituliert werden, gab es in der Vergangenheit, gibt es in der Gegenwart und sie werden uns auch in Zukunft auf Hochrangigen Posten begegnen.

Und von wegen Moral: Sowohl Politik als auch Journalismus und Moral passen nicht zusammen. Also sollte niemand päpstlicher als der Papst sein wollen.

Und in einem halben Jahr wird die ganze Presse wieder so tun, als wäre nie etwas gewesen. Dann wird zu Guttenberg wieder ihr Held sein. Und warum? Weil sie keinen anderen haben! 

Autor: Marcus

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